Handarbeit made in Germany

30 Arbeitsschritte bis zur edlen Feder


Die Waldmann KG fertigt ihre Schreibgeräte ausschließlich am Standort Deutschland – die kleine Manufaktur am Rande des Schwarzwalds befindet sich unmittelbar vor den Toren der traditionsreichen Schmuck- und Goldstadt Pforzheim. Ihre Mitarbeiter beherrschen noch zahlreiche alte Handwerkstechniken, die in bis zu 30 Arbeitsgängen echte Unikate hervorbringen. Besonders viel Zeit verwenden sie auf die Bearbeitung der Oberflächen, die bei einer aufwendigen Gravur bis zu einem halben Arbeitstag in Anspruch nehmen kann.

Sie ist das höchste Gut des Unternehmens: die jahrzehntelange Erfahrung der Waldmann-Mitarbeiter. Viele von ihnen üben Berufe aus, die es so nur noch in der Schmuck- und Goldstadt Pforzheim gibt – von der sogenannten Kabinettsangestellten, die in der Manufaktur den Werkzeugmachern assistiert, bis hin zur Poliseuse, die auf das händische Polieren der einzelnen Bestandteile eines Schreibgeräts oder Schmuckstücks spezialisiert ist. Allen gemeinsam ist das Gefühl für die empfindlichen Materialien und den richtigen Umgang mit ihnen – eine unbezahlbare Fähigkeit, die sich die Fachkräfte in der Birkenfelder Manufaktur des Schreibgeräteherstellers über Jahre hinweg angeeignet haben.

Etwa 80 Prozent ihrer Arbeitsschritte sind reine Handarbeit – eine automatisierte Produktion würde bei den empfindlichen Edelmetallen Dellen und Kratzer mit sich bringen. Auf jeden Arbeitsschritt – vom Zuschnitt der aus Pforzheimer Produktion stammenden Silberrohre bis hin zur Erhitzung und Formung der Hülsen oder deren Lackierung – folgt eine Qualitätskontrolle: Ebenfalls von Hand überprüfen die Mitarbeiter jedes einzelne Schreibgerät und vergewissern sich vor der Auslieferung zudem, dass jede Feder einwandfrei funktioniert.

Zu einem Unikat werden die edlen Schreibgeräte spätestens durch die individuelle Bearbeitung ihrer Oberfläche. Sie beruht auf alten Handwerkstechniken, die heute nur noch wenige Spezialisten beherrschen: Während sie beim Guillochieren spezielle, aus sich überlagernden Linienzügen bestehende Muster aus dem Silber herausschneiden, versehen sie bei der schon von Künstlern der Renaissance angewandten Wiener Gravur die Hülsen der Schreibgeräte mit dreidimensional wirkenden Akanthusblatt-Motiven. Frei von Hand mit einem Gravur-Stichel können sie höchstens zehn Teile pro Tag bearbeiten.